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Aus der Kirche austreten – oder den Pfarrer treten.

Ich glaube nicht an Gott. Nicht im üblichen Sinn und auch sonst nicht. Vor vielen Jahren gab ich einem Superintendanten die Chance, mich zu einem aufrichtigen Christen zu machen, aber ich brach die Konfirmation kurz vor dem Ende ab. Die Entscheidung konnte ich treffen, dass ich nach der Geburt getauft wurde leider nicht. Daher bin ich laut Büchern noch immer evangelisch.

Das führt dazu, dass man automatisch in den Religionsunterricht gesteckt wird (Wozu überhaupt Religion an Wirtschaftsfachschulen?) und man sich nach Teilnahme an der ersten Stunde abmelden und in Philosophie wechseln kann.

Die Studie/ Der Beginn meines Ärgerns:

Geschätzte 70 Schüler drängen sich im Klassenraum, während Herr Seelig beginnt uns den Grund unserer Anwesenheit zu erklären, über den wir bereits letzte Woche durch die Klassenleitung informiert wurden. Eine Schülerin meldet sich, gequetscht zwischen einigen Mädchen kann man von hinten nur ihren Arm und den braunen Pferdeschwanz erkennen. Sie glaube an Gott, aber nicht an die Bibel und die Kirche und könne daher aus Gewissensgründen nicht teilnehmen.

Ein zartes, hasserfülltes Rot färbt den Schädel der Lehrkraft (die zugleich evangelischer Pfarrer ist) und mit einer Stimme, die aus den Tiefen der Hölle hervorkreischt  klärt er sie darüber auf, dass sie Christin ist, daher an Gott glaubt und an seinem Unterricht teilnehmen soll. Andernfalls soll sie gefälligst aus der Kirche austreten. Die Luft um den hageren Gottesdiener scheint vor der Hitze seiner teuflischen Wut zu flimmern.

Dass sie gefälligst austreten sollen, wenn sie nicht an (seine Interpretation von) Gott glauben, lässt er Feuer und Speichel spuckend noch weitere Schüler wissen bevor er in Raum bellt „Was machen Sie noch hier?“ und etwa 60 von 70 Schülern den Raum in Richtung Philosophie-Kurs verlassen.

In meinem Antrag auf Kurswechsel schreibe ich, dass ich sowohl aus Gewissens- als auch aus persönlichen Gründen nicht am Unterricht teilnehmen kann, da Herr Seelig innerhalb der ersten 10 Minuten bereits das Grundgesetz missachtet hat, und gebe ihn im Sekretariat ab. Mit freundlichen Grüßen.

Du selten dummes Arschloch. Du willst Pfarrer sein? Dem Gott, dem du dienst, will ich lieber nicht begegnen. Sind dir vielleicht Hörner oder Hufe bei ihm aufgefallen? Ich frag ja nur.

Da sagst du mir, ich solle aus der Kirche austreten, wenn ich kein Christ wäre. Freu dich, dass das nicht alle (deiner Meinung nach) Nicht-Christen das tun – das könnte deinen Arbeitsplatz gefährden, Junge. In diesem Land habe ich die Freiheit, meinen Glauben auszuleben, wie es mir passt –und wenn ich der Meinung bin, Gott sei eine schwarze, lesbische, behinderte Frau die mir befiehlt, mich alle Viertelstunde im Kreis zu drehen und nur noch Nutella zu essen, dann ist das mein verdammtes Recht.

 

I. Die Grundrechte (Art. 1 - 19)

   

Artikel 4

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

Soviel dazu, Freundchen. Und wenn ich für mein Gewissen kein Christ, aber erst mal in der Kirche bleiben will, ist das mein gottverdammtes Recht. Mein weltanschauliches Bekenntnis meint vielleicht, dass die paar Euro Kirchensteuer gut angelegt sind, damit ich eventuelle kleine Satansbraten mal untergebracht kriege.

Deine Ansichten kannst du dir gepflegt sonst wo hinschieben und mal tüchtig beten - vielleicht erhört ein vernünftiger Gott deine Gebete und schickt dir ne Runde Verstand und Verständnis, Güte, Intelligenz und echte Nächstenliebe. Oder einfach ein funktionierendes, die demokratische Grundordnung mit ihren Gesetzen verstehendes Gehirn. Ganz herzlichen Dank.

Schreiblieder: Sniper - Stress / Nicky Minaji - Did it on them / FGFC820 - Anthem (Steinkind Remix)

11.9.13 21:28


Gedicht - Marathonummeldung für meinen Chef oder Die Website ist kaputt. Supportanruf.

Ich möchte meinen Chef ummelden,
Du gehst nicht ans Telefon
Ich hatte eine Mail geschrieben,
Und warte nun seit Stunden schon.

Ich sag: „Die Website geht nicht – Hilfe! Schnell!“
Du sagst: „Versuchen Sie die Website!“ Und kratzt dein dickes Fell.

Ein Bug, so scheint es
trennt mich hier
vom Streckenwechsel
- Und führt mich direkt zu dir.

Ich sage: „In 4 Tagen ist das Rennen!
Darum muss ich Sie ein wenig drängen!“

Du erklärst mir, lang und breit,
dies sei ja wahrlich wenig Zeit.
Es scheint das Ende deiner Schicht,
Ummelden geht nur online – bei dir nicht.

Ich soll doch meinen Rechner prüfen,
am Server kann es doch nicht liegen.
Ich erkläre dir ganz höflich,
die Startgebühr sei nicht ganz billig
und ein fähiger Kontakt
ist doch das erste, wenn man Kunden hat.

Du sagst „Das hätte man vermieden
Hätte man sich früh genug entschieden!“
Ich sage: „Bei aller Liebe dieser Welt,
Glaub ich kaum, dass sich ein Programm gar so verhält,
dass es beleidigt sich benehme,
wenn ich Änderungen erst fast am Schluss vornehme.

Du magst nun nicht mehr richtig reden,
sagst, ich müsse damit leben,
soll doch die IT verklagen,
Und keinen weitren Kommentar mehr wagen.

Das scheint mir wie blanker Hohn,
von der Schnepfe dort am Telefon.

4.9.13 18:35


Geteiltes Unwissen macht’s nicht besser. Ihr Telefonanbieter.

Boah, Schätzchen. „Sie müssen nichts an Ihrem Gerät machen! Das geht von ganz alleine wieder!“ Deine elektronische Kollegin beim Anruf vorher bat mich, den Stromstecker (Kaltgeräte-Stecker, ich weiß zu ziehen und dann bei andauern der Probleme nochmal anzurufen.  Zuvor hatte ich bereits mal den Reset-Knopf auf der weißen Wunderkiste gedrückt. Du merkst, ich bin ein Fuchs und halte mich an eure Anweisungen.

Aber meine Süße, was die Fuchslady wirklich wütend macht ist, wenn dir nichts Besseres als „Das ist eine Großraumstörung, da sind ganz viele Kunden von betroffen, nicht nur Sie“ einfällt. Das ist wirklich ein Trost.

Ob ich mich nun alleine oder mit 1.000 anderen Menschen zusammen ärgere, ist für mein persönliches Maß an Ärger in diesem Fall völlig unerheblich. Und wenn nur der Säufer von unten und ich die Störung hätten. Wär der gleiche Mist wie jetzt.

„Wir kümmern uns da bereits drum, die Kollegen arbeiten auf Hochtouren“ Ja, das kenne ich. Das letzte Mal, als ich es eine Großraumstörung gab, arbeiteten die Kollegen 4 Tage lang auf Hochtouren. Weil durch die Wetterlage irgendwas kaputt gegangen ist. Sonne macht albern – vielleicht sind die Kabel tanzend nach Ibiza gefahren, wer weiß. Und jetzt wo es plötzlich so kühl ist, haben sie einen Schnupfen bekommen und können deshalb kein Internetz mehr zaubern.

Damals bekam ich bei 3 Hotline-Anrufen 2 falsche Zeitangaben über den Wiederherstellungszeitpunkt  und einmal „Wissen wir nicht“. Haha – um meine Unwissenheit mit dir teilen und mich damit nicht allein zu fühlen, habe ich über 15 Minuten am Telefon  gehangen und mir euren Dreckssong in Dauerschleife und gruseligem Knistern bis ohrenbetäubendem Rauschen reingezogen. Is klar. Ich höre auch mal Noise, aber halt guten. Ich mag keine fröhlichen Brit-Pop(?)-Heinis die mir erzählen, dass sie und ihre Leute schnell laufen und mir danach demonstrieren wie hoch sie singen können. Interessiert mich beides einen Scheiß. Würde es auch in guter Qualität, aber in schlechter noch mehr.

Wie kommen Telefonanbieter auf die Idee, Warteschleifen-Musik möglichst anspruchsvoll und ekelhaft gut gelaunt wählen zu müssen? Wer da anruft, macht das mit dem Handy, weil das Festnetz tot ist, oder mit einem, meist etwas angeschlagenen Festnetz während das Internet bereits verschieden ist. Ein beruhigender, einfach gehaltener Song, der auch leise und in schlechter Qualität erträglich ist ohne Ohrensausen zu verursachen wäre ganz reizend. Ein „Wir haben keine Ahnung, senden Ihnen aber eine SMS, wenn es weiter geht und reduzieren Ihre Rechnung“ wäre noch reizender. Und ehrlicher.

Ach Telefonanbieter.  Du warst mein erster beim Handy und auch mein erster bei Fest- und Internetz. Immer hast du dafür gesorgt, dass ich surfen und telefonieren konnte und ich hab dich immer Geld vom Konto abbuchen lassen. Ich habe dich weiterempfohlen, weil du zahlreiche Umzüge trotz wenig oder keiner Fristeinhaltung meinerseits mit schnellem Zugang zum WorldWideWeb deinerseits beantwortet hast. Ich habe dich wirklich gemocht.

Nun bin ich viel weiter weggezogen. In eine riesige Stadt, viel größer als die vorher. Und jetzt machst du so einen Affenzirkus. Seit mehr als einem Jahr gibst du mir immer mal wieder nicht mehr das, wofür ich dich bezahle. Plötzlich aufkommend und mit langem Zicken und Zetern verweigerst du mir mein modernes Mensch-Sein. Sperrst den Zugang zu Mediatheken und dummen Sprüche-Bildern (Wer macht die dumme, qualitativ-beschissene Scheiße?) sogenannter Freunde auf Facebook.

Das ist so nicht ok, Telefonanbieter. Ich werde kündigen, keine leere Drohung, ganz im Ernst. Ich kann auch einen anderen, riesigen Scheißverein unterstützen, der mir Großraumumzüge und dauerhaften Internetzugang ermöglicht, wenn du dich so anstellst. So gern wäre ich mit dir zusammen geblieben, aber du willst einfach nicht (das kenn ich doch irgendwo her. Mist.).

4.9.13 18:32


Freak..ne, Fick.. auch nich.. Flirtportale! – Große Pläne, geringe Peilung

Eine Mischung aus Langeweile, Neugier und Notstand brachte mich auf eine der großen deutschen Dating-Sites, wo ich auch für 17 verstörende Stunden registriert war.


Tatsächlich sind dort auf den ersten Blick nur Menschen registriert, bei denen es offensichtliche Gründe gibt, weswegen sie Single sind. (Mist).

Eine grundsätzliche Aussage, die auf alle Romeos in meinem Postfach zutrifft: Lesen heißt Verstehen. Oder so. In jedem Fall hilft ein Blick auf das Profil um Probleme zu vermeiden, wie

-          Du bist 18. Ich hätt gern was um die 30.

-          Du bist Gesundheitsfreak. Ich rauche inakzeptabler weise.

-          Du findest Tattoos ziemlich abstoßend. Ich hab überall n paar.

-           Du wünscht dir eine Tussi – ok, dass das nichts wird, dürfte klar sein. Egal ob man mich liest, hört oder sieht.

Die Studie/ Der Beginn meines Ärgerns:
Ich habe einfach mal zwei in meine persönlichen Kontakte aufgenommen.

Der Hilko. Ja, wie du direkt irritiert bis abwertend schaust. Irgendwie erinnerst du mich an einen unzuverlässigen Bekannten. Nur viel größer. Und weniger Intelligent. 100%-austauschbares, 100% hippes Outfit. Hab heut mal die schlampige Kombi gewählt – vielleicht ein Omen?

Durch die Gegend laufen ist eine unglaublich gute Date-Idee, Mister Sporty. Die Parkbänke sind kalt und überall sind Jogger und junge Paare mit Kinderwagen. Er sagt, er kennt den Park und findet diese Menschenmischung voll gut. Ist er sich darüber im Klaren, wie freakig bis angsteinflößend es auf mich wirkt, dass er meint Horden von winzigen, kreischenden und sabbernden Kindern  seien ein gutes Umfeld fürs erste Date?

Na, es gab schlimmeres. Hau rein, Junge. Er erzählt mir, dass er Männer trainieren will, wieder Männer zu werden. Weil die das ja nicht wissen – ihre Väter sind verweichlichte 68er, deren Väter waren im Krieg und nicht daheim. Darum sind er und seine Leidensgenossen so verkorkst. Er hat es erkannt und macht daraus ein Geschäftsmodell. Ok, betriebswirtschaftlich ist das nicht unbedingt dumm – auch wenn es das bereits gibt. Komiker gibt’s ja auch ne Menge.

Frage an mögliche männliche Leserschaft: Stimmt seine These?

(Exkurs) Ich würde behaupten, dass unsere Generation geschlechtsunabhängig bescheuert ist. Die Vater-These leuchtet zwar ein, aber das würde weitergedacht auch bedeuten, dass die Frauen keine intakte Familien erlebt haben und sich daher überemanzipieren, weil sie alles managen und sich verwirklichen müssen – auch ohne Mann. Das würde zusammen mit dem Weichei-Komplex der Jungs die hohe Scheidungsrate hervorragend erklären.

Aber das würde auch die Männer ihrer privilegierten Position der einzigen Opfer entheben: Die Frauen haben unbestritten eine längere Leidensgeschichte im  Zusammenleben der Geschlechter und organisieren und arbeiten allein für sich und eventuelle Kinder, Eltern und andere Verwandtschaften. Und sie sind noch an der Zerstörung der Beziehung beteiligt, die alle so gern wollen.  Aber ich würde behaupten, es gibt noch mehr Gründe weswegen wir verkorkst sind – alle. (/Exkurs)

Hilkos Vorstellungen von einer Beziehung kommen mir bekannt vor: „Ja, und Dreier und Partnertausch mit nem anderen Pärchen und so sollte schon drin sein. Und auch einfach so  - also dass jeder macht, was er will mit wem er will und so.“

Ich diagnostiziere laut, dass das ein bei Männern um die 30 verbreiteter Lebensentwurf ist (Möglichweise kommt das in den späteren Semestern nochmal vor, das werde ich zu gegebener Zeit mal statistisch erheben). Er lacht, ignoriert meinen Tonfall zwischen gelangweilt und genervt und redet weiter. Ich sage: „3er sind stressig, 4er gehen gut. Du wirst doch wohl 3 Ladies finden, oder nicht?“  Er schaut beeindruckt und ich bestätige ihm auf Nachfrage, dass das meine ausgefallenen Sexerfahrungen mit mehr als einer Person waren.

Es ist eine Jugenderfahrung und dabei wird es bleiben – war ok. Aber mit dem Alter (oder früher) wünscht man sich eine monogame Beziehung mit einer netten Person. Ich zumindest. Nicht nachvollziehbar für Mr. Ich-will-ne-Gangbang-Tussi-fürs-Leben-hab-aber-noch –nie-einen-Gangbang-gehabt. Sehr tight, Junge. Spricht für deine Intelligenz und deine bisherige charakterliche Entwicklung.

Zwischen den Zeilen darauf verständigt, dass wir uns eher nicht so schnell wiedersehen,  trennen sich unsere Wege. Meine Fresse, jetzt muss ich erstmal eine rauchen.
Call me when you have grown up etc.

Schreiblieder: Die Antwoord – Cookie Thumper / Mickey J and the female UK Allstars - Rock the Mic / Eve & Gwen Stefani – Let me blow your mind

2.9.13 20:32


Was man denkt, kann man auch schreiben.

Jetzt reicht's. Jetzt schreib ich.
1.9.13 20:30


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